Was versteht man unter Lärmschwerhörigkeit?
Lärmschwerhörigkeit entsteht durch dauerhafte oder wiederholte Überlastung der Haarzellen im Innenohr. Diese Haarzellen sind für die Umwandlung von Schallwellen in elektrische Signale verantwortlich – und sie regenerieren sich nicht. Einmal geschädigt, sind sie dauerhaft verloren.
Lärmschwerhörigkeit betrifft zunächst meist die hohen Frequenzen zwischen 3.000 und 6.000 Hz.
Der „C5-Einbruch": Dieser typische Befund im Audiogramm äußert sich als Schwierigkeit, Sprache in lauter Umgebung zu verstehen – oft noch bevor ein allgemeiner Hörverlust spürbar wird.
Wer ist besonders gefährdet?
Berufsbedingte Lärmbelastung
Lärmschwerhörigkeit ist in Deutschland die häufigste anerkannte Berufskrankheit. Besonders betroffen sind Berufsgruppen wie Handwerker, Bauarbeiter, Landwirte, Musiker, Mitarbeiter in der Produktion sowie Gast- und Veranstaltungsgewerbe. Ab einem Dauerschallpegel von 85 Dezibel über 8 Stunden ist Gehörschutz am Arbeitsplatz gesetzlich vorgeschrieben.
Freizeitlärm
Konzerte, Clubs, laute Sportveranstaltungen oder regelmäßiges Musikhören über Kopfhörer bei hoher Lautstärke gehören zu den häufigsten Freizeitursachen. Viele unterschätzen, wie laut ihre Umgebung tatsächlich ist: Ein Konzert kann leicht 110 Dezibel erreichen – bereits nach wenigen Minuten kann das Schäden verursachen.
Einmalige Lärmereignisse
Ein Knalltrauma durch eine Explosion, einen Schuss oder einen lauten Knall kann das Gehör in Sekundenbruchteilen dauerhaft schädigen. Symptome sind oft ein sofortiges Ohrklingeln oder ein Gefühl von „Watte im Ohr" – dies ist ein medizinischer Notfall, der sofort behandelt werden muss.
Wie macht sich Lärmschwerhörigkeit bemerkbar?
Sprache undeutlich
Besonders in lauter Umgebung schwer verständlich
Ohrgeräusche
Pfeifen oder Rauschen nach Lautheitärmexposition
TV laut stellen
Lautstärke muss höher sein als früher
Gespräche anstrengend
Zuhören in Gruppen erfordert viel Konzentration
Wie kann ich mein Gehör schützen?
Lärmschwerhörigkeit ist weitgehend vermeidbar – mit den richtigen Maßnahmen:
Gehörschutz tragen
Am Arbeitsplatz und bei lauten Veranstaltungen konsequent Ohrstöpsel oder Kapselgehörschutz nutzen.
Kopfhörer-Lautstärke begrenzen
Faustregel „60/60" – maximal 60% Lautstärke, maximal 60 Minuten am Stück.
Lärmpausen einhalten
Nach starker Lärmbelastung dem Gehör Zeit zur Erholung gönnen.
Hörvermögen regelmäßig prüfen
Besonders bei Risikoberufen jährlichen Hörtest empfohlen.
Wie werden Lärmschwerhörige versorgt?
Lärmschwerhörigkeit ist nicht heilbar, aber mit modernen Hörgeräten sehr gut ausgleichbar. Gerade bei dem typischen Hochtonverlust durch Lärm sind heutige Hörgeräte besonders effektiv: Sie verstärken gezielt die betroffenen Frequenzbereiche und verbessern so das Sprachverstehen in lauter Umgebung deutlich.
Tipp: Falls Lärmschwerhörigkeit als Berufskrankheit anerkannt wurde, übernimmt die Berufsgenossenschaft die Kosten für die Hörgeräteversorgung vollständig. Beim Hörclub helfen wir Ihnen bei der Abwicklung.
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Lärmschwerhörigkeit ist die häufigste Berufskrankheit in Deutschland und betrifft Millionen Menschen. Die gute Nachricht: Mit modernen Hörgeräten lässt sich der typische Hochtonverlust durch Lärm gezielt ausgleichen – das Sprachverstehen verbessert sich oft deutlich. Beim Hörclub beraten unsere ausgebildeten Hörakustiker Sie kostenlos zu Lärmschwerhörigkeit, geeigneten Hörgeräten und der Frage, ob Berufsgenossenschaft oder Krankenkasse die Kosten übernimmt. Hörgeräte von Phonak, Signia, Oticon und Starkey – günstig, persönlich und mit bis zu 1.500 Euro Krankenkassenzuschuss.
